Resilienz in Unternehmen hat mit der COVID-19-Pandemie eine neue Wichtigkeit erhalten. Sobald ein gewohntes Sicherheitsnetz wegbricht, muss umgedacht werden. In unserer globalisierten Welt ist alles miteinander verbunden. Dies zeigt sich in einer Kettenreaktion, wenn etwas Positives passiert, jedoch auch, wenn etwas schiefläuft.

Während COVID lief einiges schief. Viele Unternehmen mussten schließen, wohingegen andere wuchsen. Sie adaptierten die neue Norm. Denn wer nicht mit dem neuen Wandel geht, kämpft einen Kampf, den nur jedes fünftes Unternehmen gewinnt.

Was aber, wenn ein Unternehmen frühzeitig erkennt, dass es zu einem Umbruch kommen wird?

Was, wenn ein Unternehmen Pläne erstellt hat, die auf in der Vergangenheit passierte wirtschaftliche Einbrüchen basieren?

In diesem Artikel erklären wir dir, was Resilienz ist, warum Resilienz in Unternehmen wichtig ist und geben Beispiele für erfolgreiche Unternehmen, die diesem System folgen.

Was bedeutet das Wort Resilienz und funktioniert es in Unternehmen?

Der Begriff Resilienz stammt aus der Psychologie. Er verweist auf die Widerstandsfähigkeit des Menschen in Situationen in der er durch Schutzfaktoren, bzw. unter Bedacht der Risikofaktoren unbeschadet herauskommt. Um das zu ermöglichen, muss eine Anpassung an die neuen Umstände geschehen. Ziel ist es, ein inneres Wohlbefinden zwischen sich und der gegebenen Umwelt zu erreichen.

Selbes gilt, wenn wir über Resilienz in Unternehmen sprechen. Hierbei geht es nicht um eine Anpassung an die Umwelt, sondern an die Wirtschaft und Politik. Darüber hinaus können auch gesellschaftliche Veränderungen ein schnelles Umdenken von Unternehmen fordern. Ein Beispiel hierfür ist die Inklusion von Homeoffice in der Arbeit, das zuvor kaum wahrgenommen wurde.

Während 2020 bis heute wurde Homeoffice von den Unternehmen, in denen es umsetzbar ist, weitestgehend angenommen. Der Vorteil für die Arbeitnehmer, der u.a. sich mit einer höheren Flexibilität und dem Wegfallen der Anfahrtswege bemerkbar machte, zeigte einen Anstieg der Produktivität. Im Sinne der Anpassung an die Resilienz in Unternehmen, wollen Unternehmen auch nach der Pandemie diese Arbeitsform weiterhin anbieten.

Warum ist Prävention mit Resilienz in Unternehmen so eng verbunden?

Der Begriff der Prävention stammt aus dem Gesundheitswesen und beschreibt das zielgerichtete Vorbeugen der eigenen Gesundheit, um Schädigungen des Organismus und das Ausbrechen von Krankheiten zu vermeiden. Gleiches kann auch in Unternehmen angewandt werden.

Schon zu Beginn haben wir dir Frage gestellt, was passiert, wenn schon frühzeitig Pläne erstellt werden, um gegen unterschiedliche Szenarien der Wirtschaft gewappnet zu sein. Prävention beschreibt hierbei den vorausschauenden Gedanken, nicht erst zu handeln, wenn das Problem angekommen ist, sondern vorbereitet ihm entgegenzukommen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Wirtschaftskrise in 2008. Folgerichtig der Resilienz in Unternehmen, wandelte sich das Verhalten zu Betrug und Delikten innerhalb der Sektoren, die damals involviert waren.

Auch der damalige Gigant Nokia wäre ggf. heute noch relevanter, wenn er den Lauf der Zeit näher betrachtet und präventiver gehandelt hätte. Im Speziellen in Bereichen von Technologie passiert Wandel schnell und regelmäßig. Wer sich auf seinem komfortablen Stuhl ausruht, kann bei fehlender Aufmerksamkeit überholt werden. Bis 2006 gab es noch keine Smartphones, doch mit dem Erscheinen von Apple und ihrem ersten iPhone in 2007 trat ein technologischer Wandel ein, den Nokia nicht auffangen konnte und über die nächsten Jahre in Vergessenheit verschwand.

Was sind notwendige Faktoren für Resilienz in Unternehmen?

Das Fördern von Resilienz in Unternehmen benötigt eine Leitungsebene, die vorausschauend und im Sinne der Prävention handelt. Um das zu erreichen, müssen Faktoren beachtet sowie regelmäßig neu justiert werde.

Resilienz der Führungskräfte

Unter Führungskräfte zählen wir hierbei nicht nur den CEO des Unternehmens, sondern auch Manager, die in der Regel einen engeren Draht zu den Mitarbeitern haben. Es macht Sinn, dass die Resilienz in Unternehmen bei der Spitze beginnt, da diese die Macht hat, Veränderungen schnell und effektiv durchzuführen.

Als Erstes muss jedoch der Sinn hinter einer Resilienz erkannt werden, da diese nicht nur Zeit, sondern auch finanzielle Förderung benötigt. Im Falle einer Absicherung für einen gewissen Zeitraum, in dem das Unternehmen unerwartet weniger Umsätze erzielt, können präventiv erstellte Konten diese auffangen.

Auch der bessere Einblick in das Kundenverhalten ermöglicht Managern die Möglichkeit, Schwächen und Stärken des Unternehmens besser zu verstehen. Davon ausgehend kann z.B. ein Wandel in eine neue Moderichtung angesichts früherer Erfahrungen schon teilweise vorausgesehen und entsprechende Schritte eingeleitet werden, die davor zu hohen Verlusten führten.

Im Allgemeinen sollte das Unternehmen in der Lage sein, den Markt zu verstehen, in dem es sich befindet. Dazu zählt das Wissen, was die Konkurrenz macht und in welche Richtung der Markt die kommenden Monate steuern wird. Angesichts des Wissens kann frühzeitig in neue Kernkompetenzen investiert sowie alte, nicht mehr relevante Produkte, herausgenommen werden.

Resilienz der Mitarbeiter

Ein Unternehmen lebt nicht alleine von guten Entscheidungen von der Führungsebene. Wenn die Mitarbeiter nicht mit den neuen Bestimmungen umgehen können, endet hierbei der Prozess von Resilienz in Unternehmen. Daher ist es wichtig, die Mitarbeiter in den bevorstehenden Wandel mitzunehmen und sie nicht vor unvollständige Tatsachen zu setzen. Beide Parteien müssen gewillt sein, die Weiterentwicklung des Unternehmens als Hauptfokus zu sehen, aber auch ehemalige Erfolge mit Blick auf ihre Relevanz zu hinterfragen.

Zusammengefasst lässt sich Resilienz für Führungskräfte und Mitarbeiter unter diesen Punkten auflisten:

  • Wandel als etwas Positives betrachten und nicht an alten Gewohnheiten festhängen
  • Ambiguitätstoleranz: Lernen, eine Eigenverantwortung zu übernehmen und diese zu tragen. Die Opferrolle einzunehmen, hemmt jegliche Produktivität. 
  • Proaktives Handeln fördern, wenn es auch gegen die herkömmliche Arbeitsweise geht
  • Das Gute auch in negativen Situationen erkennen. Auch Krisen bringen Erfahrungen ans Licht, die sonst nicht erschienen wären
  • Respektiere jedes Individuum auf der Arbeit. Jeder Mitarbeiter hat unterschiedliche Bedürfnisse, die nicht immer getragen werden können. Versuche Kompromisse zu schließen, indem du vielleicht an zwei Tagen Homeoffice ermöglichst. Biete ein offenes Ohr, sei ansprechbar, damit sie sich gehört fühlen.
  • Mit einem gut durchdachten System kann der Zeitdruck für z.B. Projekte gesenkt werden, wenn diese schon frühzeitig begonnen werden
  • Teamarbeit als wichtiges Element für eine bessere Optimierung des Ablaufes sehen und nicht nur den Fokus auf die sozialen Aspekte legen
  • Eine genaue Definition der Zielsetzung für den weiteren Ablauf des Unternehmens ist wichtig, sodass alle Beteiligten auf derselben Ebene sind. Missverständnisse können zu Fehlern, Stress und Unzufriedenheit führen.
  • Bessere gesundheitliche Rahmenbedingungen, die durch besser angepasste Systeme, Stress, Ängste oder fehlende Arbeitsweisen wie Homeoffice ermöglichen. Somit kann aktiv sowie präventiv gegen Burnout oder mentale Krankheiten unter den Arbeitnehmern vorgegangen werden.

Für mehr zum Thema Gesundheit in Unternehmen findest du bei uns einen Blog.

Workshops für Resilienz in Unternehmen

Mit all diesen Punkten steht die Frage offen, wie ein Unternehmen diese an seine Mitarbeiter weitergeben kann? Workshops können hierbei als ein gutes Werkzeug genutzt werden, Wissen an bestimmten Tagen unter der Woche weiterzugeben und in Kontakt zu treten. Wichtig ist, dass die Workshops zum einen unter Moderation stattfinden, um eine feste Struktur beizubehalten und allen offenen Fragen Gehör zu schenken.

Des Weiteren sollte der Arbeitgeber diese Tage als eine Investition in die Zukunft ansehen. Dementsprechend gelten die Tage, an denen Workshops stattfinden als normale Arbeitstage. Letztlich profitiert das Unternehmen, wenn die Teilnehmer die Workshops nicht als Zusatzarbeit ansehen.

Workshops können unter anderem in den folgenden Kategorien angeboten werden:

  • Was ist Resilienz? Eine kurze Hintergrundgeschichte sowie den Werdegang an Beispielen in Unternehmen erläutern
  • Gesundheit am Arbeitsplatz: Stressabbau durch besseres Zeitmanagement, Anlaufstellen für Hilfesuchende, Flexibilität schaffen
  • Teambuildingübungen und ihren Zweck näherbringen. Eine aktive Zusammenarbeit unter Mitarbeitern verschafft ein positiveres Arbeitsklima
  • Wissenschaftliche erprobte Schritte, die zu mehr Resilienz führen, an die Teilnehmer weitergeben und Übungen darin machen
  • Wandel als Chance sehen und nicht als Hindernis
About the author
EWOR Team

EWOR ist eine Schule, die von Europas besten Professoren, Unternehmern und Branchenführern konzipiert wurde. Wir bilden junge Innovatoren aus und betreuen sie, damit sie erfolgreiche Unternehmen gründen können. Dieser Artikel wurde von Alexander Al-Jenabi verfasst.

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