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Unternehmen aufzubauen und beständig wachsen zu lassen ist faszinierend und komplex zugleich.

Nur wenige Firmen haben es nachweislich auf Dauer geschafft, sich immer wieder neu zu erfinden und dabei kontinuierlich weiterzuentwickeln, etwa vergleichbar mit einem Perpetuum Mobile – eine permanent in Bewegung begriffene Struktur, die mindestens so viel Energie erzeugt, wie sie absorbiert. 

Investoren erweisen Unternehmen, die bereits bewiesen haben, dass sie nachhaltig wachsen können, eine enorme Wertschätzung. Doch was genau benötigt es, um ein nachhaltiges Start-Up aufzubauen und zu skalieren?

Schauen wir uns dafür ein hervorragendes Beispiel an, das ich in- und auswendig kenne, etwas genauer an: P&G.

Als ich 1979 meine über 33-jährige Karriere bei P&G begann, galt das Unternehmen bereits seit langer Zeit als einer der weltweit führenden Konzerne. Das Unternehmen vermochte es, sich immer wieder neu zu erfinden und auch jetzt, im Jahr 2021, 184 Jahre nachdem es als kleines Start-up für Kerzenherstellung in den USA gegründet wurde, ist es noch immer in einer weltweit tonangebenden Position.

Obwohl ich die verschiedenen Faktoren, die P&G zu diesem historischen Erfolg verholfen haben, gut einschätzen kann, möchte ich heute nicht allzu viele Worte darüber verlieren. Das Unternehmen versteht es exzellent, diese Geschichte selbst zu erzählen – und als Start-up-Gründer bist du vermutlich noch lange nicht so groß wie ein solcher Konzernriese. Falls du jedoch mehr über P&G erfahren möchtest, schaue dir doch eines der zahlreichen Bücher oder den ein oder anderen Artikel über den Werdegang des Unternehmens an.

Stattdessen konzentrieren wir uns nun darauf, was nötig ist, um ein Unternehmen reifen und nachhaltig wachsen zu lassen. Schritte, die du gehen solltest, um das nächste Level zu erreichen.

Was genau musst du tun, um die nächste Ebene zu erreichen und eine Pflanze zu einem mächtigen Baum heranwachsen zu lassen? Um dein Start-Up zum nächsten Blue Chip, P & G, Amazon oder Zalando weiterzuentwickeln?

In den zurückliegenden acht Jahren habe ich als Business-Angel, Advisor oder Chairman für Start-ups aller Größen und Skalierungsstufen gearbeitet. All diese Firmen haben einige gemeinsame Prinzipien, die ich dir nun näher erläutern möchte, damit auch dein Start-Up sein Potenzial realisieren kann.

Umgebe dich mit erfahrenen Leuten, die bereits nachweislich Erfolg hatten

Wenn du dich mit verschiedensten Menschen zusammenschließt, deren gemeinsames Mindset es ist, dass es keine Grenzen gibt, dann kannst du Magisches erreichen. 

Diversität ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Dabei kommen unterschiedlichste Aspekte zur Geltung: Geschlechter, Kultur, Stil oder Bildung, um nur einige zu benennen.

Ein weiterer Aspekt ist die Generationenvielfalt.

Darunter verstehen wir weit mehr, als ältere und jüngere Menschen dazu zu bringen, gemeinsam zu arbeiten. Während du dein Start-Up skalierst, wirst du erkennen, dass du stetig wiederkehrende Prozesse weiterentwickeln musst. Das umfasst nicht nur Transaktionsprozesse, es beinhaltet ebenso den Innovationsprozess, die Kernprozedur der Neuerfindung eines Unternehmens. 

Menschen denken beim Begriff Innovation zunächst an die Erfindung neuer Produkte, Technologien oder vergleichbare Elemente des Wertschöpfungsprozesses. Doch Innovation kann auch bedeuten, Ideen und Strategien zu entwickeln, wie du mit deinen Kunden interagierst, auf welche Weise du Daten verarbeitest oder auf welchen Wegen du neue Mitarbeiter gewinnen kannst.

Hole dir die richtigen, kreativen Köpfe ins Team, welche über Kenntnisse verfügen, die du (noch) nicht hast. Diese verhelfen dir zu Innovationen in verschiedenen Teilgebieten, welche du noch nicht erschließen konntest.

Doch achte sorgsam darauf, welche Kenntnisse und Erfahrungen du durch andere in dein Unternehmen implementierst, denn es gibt unzählige Oldtimer da draußen, denen ein grundlegendes Verständnis für Technologie fehlt oder die meinen, alles besser zu wissen, weil sie neuen Entwicklungen nicht aufgeschlossen gegenüber stehen.

Bemühe dich um erfahrene Leute, die ihre Neugier und Aufgeschlossenheit niemals verloren haben. Finde Personal, welches gewillt ist, von dir zu lernen. 

Ich glaube fest an das Konzept des Reverse Mentoring. Jeder Mentor sollte mit der Einstellung daherkommen, dass er oder sie auch von anderen Menschen lernen möchte. Ein Mentor ist nicht länger nur ein Lehrer – denn lernen ist keine Einbahnstraße.

Wenn Start-Ups die richtigen, erfahrenen Führungskräfte finden, um ihr Wissen zu bündeln und das Geschäftsmodell zu skalieren, kann Großes entstehen.

Setze auf flache Hierarchien

In der Wachstumsphase eines Unternehmens stoßen häufig viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit hinzu. Aus diesem Grund musst du einen Strategie entwickeln, wie du diese schnell und effizient integrierst und auf welche Weise Entscheidungen getroffen werden. 

In der “alten” Welt setzte man auf weitgehend starre Befehlsketten von oben nach unten. Die Mitarbeiter schauten auf ihre formellen Vorgesetzten und warteten auf klare Richtungsanweisungen, um anschließend strikt danach zu handeln. Meinungsverschiedenheiten zwischen verschiedenen Führungsebenen wurden hierarchisch gehandhabt.

Dieses Konzept funktioniert nicht länger in der modernen Welt. Weder wirkt es anziehend auf junges Nachwuchspersonal, noch produziert es die gewünschten Resultate – flache Hierarchien sind der Schlüssel zum Erfolg.

Eine reaktionsschnelle Organisation verfügt über sich selbst organisierende Teams. Das klingt zunächst simpel, gestaltet sich in Wirklichkeit aber schwieriger als gedacht. Es erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und effizienten Handelns von allen Beteiligten und es verlangt darüber hinaus Transparenz im gesamten Unternehmen. Jedem einzelnen Mitarbeiter muss hierfür die gesamte Untenehmensstrategie zugänglich und verständlich sein.

Jedes Rad im Getriebe muss dabei verinnerlichen, worin die Unternehmensphilosophie besteht und auf welche Weise Werte geschaffen werden. Hierfür genügt es nicht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lediglich wissen zu lassen, worin deren Aufgabenbereich besteht. Es sollte ebenso ein generelles Verständnis dafür vorhanden sein, wie andere Abteilungen zu den Unternehmenszielen beitragen.

Bei Organisationen, die mit flachen Hierarchien operieren, muss auch bei funktionsübergreifenden Arbeiten ein Rad ins andere greifen. Jeder muss in der Lage sein, ein Problem oder eine Herausforderung zu erkennen und jeder muss die Eigenverantwortung besitzen, darauf entsprechend reagieren zu können.

Etabliere eine Unternehmenskultur des “Commit and Deliver”

Der Aufbau eines Unternehmens, das kontinuierlich wächst und sich weiterentwickelt bedeutet, eine Organisation zu etablieren, die ihre Ziele konsequent erreicht.

Während der Wachstumsphase deines Unternehmens erwarten deine Investoren, dass du exakt die Resultate lieferst, welche du zuvor versprochen hattest. Daher musst du lernen, Pläne zu erstellen, die sich auch realisieren lassen. Dies bereitet zahlreichen Start-Ups unerwartete Schwierigkeiten.

Während der frühen Phasen der Entwicklung deines Unternehmens hast du vermutlich einen risikofreudigen “Trial And Error”-Ansatz verfolgt – eine Strategie, die dich dahin gebracht hat, wo du jetzt stehst. 

Doch nun musst du als Führungskraft einen Weg finden, den unternehmerischen Stil einerseits zu bewahren, doch darüber hinaus Pläne zu erstellen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit die erhofften Prognosen erfüllen – all das in einer Frma, die so groß ist, dass es schwierig wird, den Überblick über alle relevanten Prozesse zu behalten.

Diese gefährliche Phase ist jene, in der viele ambitionierte Start-Ups scheitern.

Du wirst unzählige „Post-IPO“-Unternehmen finden, die enttäuschende Ergebnisse erzielten, weil sie nicht nicht in der Lage waren, den Erwartungen gerecht zu werden, welche sie einst bei ihren Investoren geweckt hatten.

Der Grund hierfür liegt oft in einer gescheiterten Planungsstrategie. Menschen werden für Versprechen belohnt, für Mut, für das Erweitern von Zielen. Ich persönlich liebe diese Art von Zielen, jedoch muss der Unterschied zu einem „Base-Goal“ stets klar definiert sein.

Ein “Base-Goal” ist etwas, was du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erreichen musst – mindestens jedoch in 80 bis 90% der Fälle. Ein “Stretch-Goal”, also ein erweitertes Ziel, verleiht zusätzliche Motivation. Solltest du ein solches Ziel jedoch immer erreichen, dann könnte es sein, dass dieses Ziel eventuell nicht ambitioniert genug gesteckt wurde. 

In der Reife- oder Wachstumsphase deines Unternehmens muss deshalb jeder Einzelne eine „Commit and Deliver“-Haltung übernehmen. Alle Beteiligten sollten verinnerlichen, dass es grundlegende Ziele gibt, die unter allen Umständen erreicht werden müssen. Eine Verpflichtung, die weit über ein Versprechen hinausgeht. Schlussendlich müssen sie alles daran setzen, um die gesetzten Zielmarken zu erreichen.

Um dies zu ermöglichen, ist es unabdingbar, dass jeder innerhalb des Unternehmens den Wertschöpfungsprozess nachvollziehen kann. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen in der Lage sein, eine unerwartete Herausforderung frühzeitig zu erkennen, welche sich auf das Erreichen der gesteckten Ziele negativ auswirken könnte. Sollten Ereignisse auftreten, welche diese zuvor gesteckten Ziele gefährden, müssen sie wissen, welche Anpassungen erforderlich sind, um wieder in die Spur zurückzufinden. 

Es besteht jedoch die Gefahr, dass „Commit and Deliver“ zu „Low Balling“, also zu unzureichend ambitionierten Zielen, führt. Hier kommen die sogenannten “Stretch-Goals” ins Spiel. Jeder sollte zusätzlich zur Pflicht eine Kür, ein “Stretch-Goal” anstreben, nach deren Realisierung man gemessen wird.

Sei bereit, Hilfe anzunehmen und unterschiedliche Sichtweisen in Betracht zu ziehen.

Die schwierigste Aufgabe für dich als Führungskraft besteht darin, jemanden einzustellen, der sich von dir unterscheidet und jemanden, den du magst oder der dir ähnelt, ziehen zu lassen.

Einige der produktivsten Zusammenarbeiten hatte ich mit Menschen, deren Meinungen ich häufig nicht teilte. Solange jedoch eine gemeinsame Wertebasis besteht, ist konstruktives Streiten zielführend, denn es fördert die Produktivität.

Solltest du dich nur mit Personen umgeben, die dir nach dem Mund reden, wird dein Team mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Aufgaben nicht gerecht werden können. Aus diesem Grund ist es essentiell, Persönlichkeiten zu engagieren, deren Herangehensweise von deiner abweicht.

Dies erfordert eine ehrliche Selbsteinschätzung. Ich rate deshalb stark dazu, ein Coaching zu durchlaufen, um deinen Stil objektiv analysieren zu können. 

Myers-Briggs-Indikatoren eignen sich dafür hervorragend, ebenso Strength Finder. Sei ehrlich zu dir selbst, stelle deinen Arbeitsstil analytisch auf den Prüfstand und setze alles daran, die passenden Leute zu engagieren, welche die Lücken ausfüllen können, die du selbst nicht schließen kannst. 

Die meisten Gründer, die mir begegnet sind, haben starke Persönlichkeiten und sind unabhängige Menschen, die nicht bereit sind, den Status quo zu akzeptieren. Sie haben es geschafft, genau deswegen ein erfolgreiches Start-up aufzubauen.  Es kommt jedoch ein Punkt, an dem dies nicht mehr die einzige erforderliche Fähigkeit ist. 

Nutze die richtigen Netzwerke, um geeignete Mitarbeiter zu finden

Es ist offensichtlich, dass du zusätzliche, geeignete Personalkapazitäten benötigst, doch wie findest du diese? 

Professionelle Netzwerke sind hierbei zweifelsohne hilfreich, sie zu nutzen ist jedoch nicht immer der effizienteste Weg. Es ist viel zu zeitaufwendig, sich einfach mit den Personen zu verbinden, von denen du glaubst, dass sie zu deiner Firma passen, etwa über die Nutzung eines LinkedIn-Netzwerkes.

Achte deshalb auf branchenspezifische Netzwerke zu Zwecken der Rekrutierung. Für Konsumgüter eignet sich beispielsweise das P&G Alumni network. Dieses bildet ein wirkungsvolles Unternehmensnetzwerk. Fokussiere dich in diesem Fall auf eine Person mit einem P&G-Hintergrund, welche aktiv in diesem Netzwerk vertreten ist.

Auch Unternehmensberatungen wie McKinsey, BCG oder Bain verfügen über sehr nützliche Alumni-Netzwerke. Dort findest du exakt die Personen, die mit deiner Branche vertraut sind.Noch zielführender ist jedoch die Nutzung von Unternehmer-Netzwerken. Du bist jetzt bereits mit EWOR verknüpft – einer der besten Plattformen auf dem Markt, die dir dabei behilflich sein kann, dein Business zu skalieren.

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