Hattest du schon mal eine tolle Geschäftsidee, aber du dachtest, es sei viel zu umständlich, sie auch in die Tat umzusetzen? Warst du dir nicht sicher, ob die Idee überhaupt funktionieren könnte? No-Code kann dir dabei helfen, deine Ideen auf den Prüfstand zu stellen, Experimente durchzuführen und deine internen Prozesse zu optimieren.

In diesem Artikel stelle ich das Konzept von No-Code vor, erkläre, wie es für Unternehmer hilfreich wirken kann, und stelle meine liebsten No-Code-Tools vor.

Mein Name ist Paul Muller und ich bin der Co-Founder von Coleap. Ich war schon immer fasziniert davon, wie stark sich Lernerfahrungen auf das Leben eines Menschen auswirken können. Deshalb habe ich die meiste Zeit meines Lebens damit verbracht, Bildungserfahrungen zu sammeln und auszubauen. Ich habe an einem Gymnasium im ländlichen Teil Litauens unterrichtet, gemeinnützige Bildungsprojekte ins Leben gerufen und mit Risikokapital finanzierte Start-Ups im Bereich Ed-Tech gegründet.

Viele dieser Ideen begannen mit No-Code. Ich möchte dir erklären, auf welche Weise wir mit No-Code unterschiedliche Produkte im Bereich Bildung entwickeln konnten.

Was genau bedeutet „No-Code“ und wie kann es zu meinem Erfolg beitragen?

Wenn du ein digitales Produkt entwickeln wolltest, musstest du traditionell viel Zeit investieren und die Software selbst entwickeln oder jemanden dafür bezahlen, der das für dich übernimmt. Mit No-Code ändert sich das jedoch!

Einfach ausgedrückt: Mit No-Code kannst du digitale Anwendungen ohne (oder mit nur sehr geringen) Programmierkenntnissen erstellen. Ähnlich wie du Software nicht mehr in Assembler programmieren musst, implementiert No-Code die höheren Programmiersprachen auf der nächsten Ebene.

Dadurch können Menschen alles von einfachen Websites bis hin zu mobilen Apps erstellen, indem sie grafische Benutzeroberflächen und Konfigurationen nutzen. Außerdem kümmert  sich das Tool in der Regel um die Infrastruktur und du kannst deinen Inhalt mit nur einem Klick mit der ganzen Welt teilen.

Ein gutes Beispiel dafür ist Webflow. Mit Webflow kannst du tolle Websites erstellen, indem du grafische Elemente auf eine Art Leinwand ziehst. Tausende von Vorlagen stehen dir zur Verfügung, und du kannst das, was du geschaffen hast, mit einem Klick veröffentlichen. Was Webflow noch besser macht, ist, dass es sehr anpassungsfähig ist, da du selbst Codes schreiben kannst, um deine Website zu verbessern. Du exportierst einfach den Quellcode oder bearbeitest ihn direkt auf der Plattform. (Bonus hierbei: Webflow Academy – eine der coolsten Bildungsplattformen, die ich kenne)

Falls du dich in der Anfangsphase einer Entwicklung befindest, hast du vielleicht selbst kein technisches Wissen oder nicht das Geld, um Softwareingenieure einzustellen. Und selbst wenn, bist du dir vielleicht nicht sicher, ob du die Idee wirklich umsetzen willst. Vielleicht würdest du sie sogar gerne noch ein wenig testen, bevor du all deine Zeit und dein Geld in sie investierst. In diesem Fall ist No-Code unglaublich praktisch. Anstatt viel Zeit und Ressourcen zu verschwenden, um ein Produkt zu bauen, das vielleicht nicht funktioniert, kannst du mit No-Code schnell experimentieren und Prototypen für einen Bruchteil der Kosten erstellen. Von der Erstellung von Websites oder funktionierenden App-Prototypen bis hin zu automatisierten E-Mail-Kampagnen – mit No-Code kannst du alles umsetzen!

Wir nutzen No-Code auch, um die interne Produktivität in unserem Unternehmen zu steigern, indem wir alles, was wir können, automatisieren. Wir befähigen so auch nicht-technikaffine Teammitglieder, das Gleiche zu tun. No-Code wird also verwendet, um unser internes Onboarding zu automatisieren, Reminders für unsere User zu erstellen und um unsere Anheuerungsbemühungen interessanter zu gestalten – jeder Kandidat bekommt von uns eine individuelle Website!

Existieren bei No-Code irgendwelche Einschränkungen?

Wie bei den meisten Tools gibt es auch bei No-Code Grenzen: Theoretisch kannst du mit No-Code alles bauen, aber je komplexer deine Anforderungen sind und je mehr du benötigst, desto mehr stößt du an die Grenzen von No-Code-Tools.

Meiner Erfahrung nach gibt es drei wesentliche Einschränkungen, wenn es um No-Code-Tools geht:

  • Performance: No-Code-Tools können oft nicht mit der Geschwindigkeit von eigenständig entwickelten Plattformen mithalten. Besonders bei Teilen eines Produkts, die sich auf das Nutzererlebnis auswirken, kann das ein Problem sein. Für die meisten Prototypen ist das aber kein Hindernis. 
  • Komplexe Business Logic:  Falls du versuchst, Anwendungen mit einer fortgeschrittenen Business Logic zu erstellen, die eine Menge Datenmanipulationen mit No-Code erfordern, wirst du Geschwindigkeitseinbußen hinnehmen müssen. Selbst einfache Berechnungen in No-Code können ohne eine Menge Hacks beinahe unmöglich werden.
  • Umfang: Die meisten No-Code-Tools funktionieren gut für eine gewisse Anzahl von Nutzern. Aber sobald du Hunderttausende oder sogar Millionen von Nutzern erreichst, werden die Leistung und die Anpassungsmöglichkeiten von No-Code zu begrenzenden Faktoren. An diesem Punkt wird es teurer, No-Code-Tools zu nutzen, als die Anwendungen selbst zu hosten.

Nichtsdestotrotz ist No-Code für die oben beschriebenen Situationen hervorragend geeignet. Ganz zu schweigen davon, dass bei der Geschwindigkeit, mit der sich diese Tools verbessern, einige Einschränkungen bald verschwinden könnten.

Meine No-Code-Favoriten

In der Regel ist es besser, mit dem Problem zu beginnen und dann das beste Tool zu wählen, als umgekehrt. Deshalb stelle ich dir im Folgenden häufige Probleme vor, die du mit No-Code lösen kannst, und gebe dir Tipps, mit welchem Tool du sie anpacken kannst.

  • Willst du eine Website erstellen, um deine Dienstleistungen zu vermarkten oder die Nachfrage nach einem Produkt zu prüfen? Wie bereits erwähnt, würde ich Webflow empfehlen, wenn du komplexere Anforderungen hast, oder Carrd, wenn du nur schnell eine Microsite erstellen willst.
  • Brauchst du eine Datenbank für Kundendaten oder internal Knowledge? Dann ist Airtable genau das Richtige für dich. Das Tool ist nicht nur eine großartige Möglichkeit, eine Tabellenkalkulationsoberfläche, die jeder benutzen kann, mit einer fortschrittlicheren Datenbank zu kombinieren, sondern es lässt sich auch mit fast allen anderen No-Code-Tools kombinieren. Zudem gibt es unglaublich schnelle Sendefunktionen und jede Woche kommen neue Apps und Automatisierungen hinzu.
  • Wie stelle ich coole Dinge mit den Daten, die ich in Airtable oder Google Sheets habe an? Falls du einige Prozesse auf der Grundlage von Data Triggern automatisieren oder Daten von anderen Diensten wie Stripe in Airtable einspeisen willst, sind Make und Zapier eine gute Wahl. Sie bieten sehr ähnliche Funktionen und ermöglichen es dir, verschiedene Tools zu verbinden und die Daten zu verändern. Du könntest diese Tools etwa nutzen, um Daten von Typeform an Airtable zu senden, nachdem jemand ein Formular ausgefüllt hat, und dann eine automatisierte Slack-Nachricht oder eine E-Mail an diese Person versenden.
  • Wie kann ich die Daten in Airtable visualisieren und sie mit meinem Team oder meinen Kunden teilen? Softr ist ein großartiges Tool dafür. Mit Softr kannst du Benutzeroberflächen und Authentifizierung (z.B. einen Anmeldebildschirm) auf deiner Airtable-Datenbank aufbauen. So kannst du deine Daten optisch ansprechend gestalten, wenn du sie mit anderen teilst.
  • Was ist, wenn ich eine komplexere Anwendung mit vielen Anpassungen erstellen möchte? Bubble ist vielleicht das anspruchsvollste No-Code-Tool. Mit ihm kannst du völlig individuelle Webanwendungen erstellen und es ist sogar möglich, sie responsiv zu gestalten. Bubble hat eine steilere Lernkurve als die meisten anderen Tools, aber es ist dennoch schon jetzt sehr leistungsfähig. Wir haben unser allererstes MVP mit Bubble erstellt, sind dann aber aufgrund der Leistung und der unterschiedlichen Anforderungen unserer Business Logic umgestiegen. 

Preisgestaltung

Die meisten dieser Apps sind kostenlos, aber für einige Funktionen wirst du wahrscheinlich bezahlen müssen. Wenn du mehrere von ihnen nutzt, kann sich der Preis durchaus summieren und wenn du anfängst zu expandieren, können No-Code-Tools immer mehr zu einem Kostenfaktor werden. Viele dieser Tools bieten jedoch einen Start-Up-Plan an, den du einfach googeln oder per E-Mail anfordern kannst.

Ich hoffe, dieser Einblick in die Welt der No-Code-Tools hat dir gefallen. Wahrscheinlich hast du sogar bereits einige für dein Business genutzt!

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